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Wahrer Idealismus und echte Leidenschaft - Gut Wardow präsentiert sich im neuen Glanz

Luise Schröder

Büffel in der Abendsonne, Schafe grasen über die Wiese, ein Schloss in der wilden Einsamkeit. Was so romantisch klingt, ist nicht nur viel Arbeit, sondern kostet auch einiges an Nerven. Dennoch haben Wolfgang Grimme und Jutta von Kuick sich der persönlichen Herausforderung angenommen und sich einen Traum erfüllt. Oberlecker war für Euch auf Stippvisite auf Gut und Schloss Wardow.


Gut Wardow ist Partner von Oberlecker

 

Es ist vielleicht nicht ganz Disney, dafür ist man aber trotzdem sofort und restlos verzaubert. Schloss Wardow auf Gut Wardow gehört zu den ältesten Gutshäusern in Mecklenburg- Vorpommern und erfährt wieder Aufschwung - nicht nur optisch, sondern vor allem auch in der Nutzung. Die Eheleute Dr. Wolfgang Grimme und Jutta von Kuick nahmen sich 2008 mit einer gehörigen Portion Idealismus dem Gehöft an. Hier haben sie endlich ihre, wie Jutta sich liebevoll ausdrückt, ’eierlegende Wollmilchsau’ gefunden: „Ich wollte immer ein Schloss. Aber mir war auch wichtig, dass ein Autobahnanschluss in der Nähe ist. Der Strand sollte auch nicht zu weit weg sein und ich brauch viel Platz um mich herum. Der nächste Nachbar darf ruhig etwas weiter entfernt wohnen.”

Jutta von Kuick vom Gut Wardow

Jutta  von Kuick begutachtet Ihre Büffel.

Liebe auf dem ersten Blick war es für die Hausherrin aber nicht gerade. Als das Ehepaar das Objekt besichtigte, waren die Fenster vernagelt, vor dem Haus stand eine Litfaßsäule und der Garten war die reinste Motocrossbahn. Doch die Atmosphäre des Gehöfts hat es den beiden Hamburgern angetan und aus dem einstigen Traum ist Wirklichkeit geworden. Das alte Schloss wurde 1270 das erste Mal urkundlich erwähnt. Vereinzelt lassen sich sogar Reste einer alten Slawenburg finden, die noch echte Geschichte erzählen. Jetzt schreibt das Schloss wieder neue Geschichte, denn seit 2012 existiert das alte Gut Wardow wieder im neuen Glanz. Zu dem Hof gehören nicht nur Wolfgang, Jutta und ihr Sohn Jasko, sondern auch mehr als vierhundert Schafe, dutzende von Hühnern und Hähnen, ein Pony und sogar zwei Wasserbüffelherden - das A-Team (leider ohne Mr. T) und das B-Team, wie sie von der Familie genannt werden.

 

 

Die kleine französische Revolution im Mecklenburger Land

Das Gehöft sollte wirtschaftlich sein. Das war dem Diplomkaufmann und der Kunsthistorikerin besonders wichtig. Und dann wuchs aus der Not die Geschäftsidee. „Es sollte eine Hähnchenmastanlage in der Nähe gebaut werden. Allerdings sind wir nicht hergezogen, um in irgendeiner Industriegegend zu wohnen. Also habe ich angefangen, Proteste dagegen zu organisieren und letztendlich entstand daraus unser erstes Projekt. Wir beschlossen, es einfach selbst zu machen”, erzählt Jutta. So kamen 2013 die ersten Hühner und Hähne auf den Hof. Das Poulet Les Bleux ist am französischen Bressehuhn angelehnt und eignete sich ideal dazu, die eigene kleine Revolution voranzutreiben.

Gut Wardow unterhält oberleckere Französiche Freilandhühner

Poulet Les Bleux ist am französischen Bressehuhn angelehnt und eignete sich ideal dazu, die eigene kleine Revolution voranzutreiben.

Viele Namen muss man sich dabei nicht merken, denn die Hennen heißen entweder Lisbeth oder Irene. Die Tiere leben in Freilandhaltung teils unter Bäumen, denn sie sind ursprünglich Waldvögel. Der natürliche Lebensraum und die artgerechte Haltung sind für Jutta und Wolfgang ein fester Grundsatz, den sie auch bei ihren Schafen und Büffeln leben. „Texelschafe und rauwollige pommersche Landschafe sind robuste Rassen, denen die ganzjährige Weidehaltung nichts ausmachen und Wasserbüffel sind da auch sehr genügsam.” Wieder ein Stück Natur, wieder wissen, woher es kommt und wie es hergestellt wird - das wollen Jutta und Wolfgang mit ihrem kleinen Betrieb erreichen. Eier und Geflügel waren die ersten Produkte des Landguts, mittlerweile verkaufen sie auch ihr Schafsfleisch. An dem fast heimlichen Traum der Hausherrin, eigenen Büffelmozarella herzustellen, wird gearbeitet.

 


„Texelschafe und rauwolligen pommerschen Landschafe sind robuste Rassen, denen die ganzjährige Weidehaltung nichts ausmachst und Wasserbüffel sind da auch sehr genügsam.”

 


 

Öko aus Leidenschaft

Der Hof von Wolfang und Jutta ist sogar von Bioland zertifiziert worden. Das macht die beiden sehr stolz, allerdings wissen sie auch um die Höhen und Tiefen eines solchen Siegels. „Im Endeffekt ist es auch nur ein Stück Papier. Ich kenne einen Bauern in der Nähe, der zwar kommerziell wirtschaftet, wo ich aber ohne Bedenken jederzeit ein Kalb kaufen würde. Dagegen hat ein anderer Bauer einen Bio-Schweinehof, wo ich echt nicht einkaufen gehen würde. Hinter „Bio” steckt der Kopf und die Philosophie des Hofes - insgesamt wie man mit dem Tier umgeht”, sagt Jutta. Daher leben sie selbst das nachhaltige und ökologische Bioprinzip von der Aufzucht bis zur Schlachtung. Der respektvolle Umgang mit den Tieren ist ganzjährig und einheitlich eine Selbstverständlichkeit für die Wahl-Mecklenburger. Dabei läuft nicht immer alles glatt. Im Frühling machen vor allem die Raben zu schaffen, die auf den Weiden die Lämmer attackieren und teilweise sogar töten. Doch mittlerweile haben die Wardower das richtige Personal um sich gescharrt und können solche Vorkommnisse fachmännisch schnell und ordentlich meistern. Dennoch klingelt ab und zu das Schlosstelefon, weil sich Leute beschweren, dass die Tiere bei leichter Schneedecke noch draußen stehen. Dann bemüht Jutta sich, den Leuten die Situation zu erklären. Doch es erstaunt sie immer wieder, wie sehr man sich mittlerweile von der ursprünglichen Aufzucht der Tiere entfremdet hat: „Es gibt tatsächlich Menschen, die glauben, dass gesunde Tiere nur im Stall leben. Aber wenn das so ist, wozu brauchen wir dann die ganzen Antibiotika?” Sicherlich, das gesteht auch Jutta ein, lassen sich nicht alle Tiere draußen halten. Aber dafür gibt es bestimmte Rassen, die einfach robuster sind und mehr abkönnen.

pommersche Landschaf ist sehr aromotaisch und oberlecker im Geschmack

Die Genügsamkeit des Rauhwolligen Pommerschen Landschaf führt zu einem besonderen Geschmack des Fleisches, dass Ähnlichkeit mit Wild hat und sich deutlich von dem üblichen Schaffleisch unterscheidet

 

So aromatisch wild kann Lamm schmecken

Den Oberlecker-Geschmackstest bestanden die alten Schafsrassen mit Auszeichnung. Natürlich wollen wir Euch das Vergnügen nicht vorenthalten und haben daher einige neue Überraschungen in unserem Shop, die darauf warten entdeckt zu werden. Schaut einfach vorbei!

 

 

Seid am nächsten Mittwoch um 16:00 wieder dabei. Wir freuen uns auf Euch in unserem Vier Uhr Magazin

Bildnachweis: Laura Gertenbach

Für Fragen, Kommentare: hilfe@oberlecker.com



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