The Master of Fleisch - Der Willen zum Grillen Teil 2 - Die Bratwurst

Passend zum Start der Grillsaison wollen wir Euch mit Tipps, Tricks und Wissen rund um der Deutschen liebstes Sommerhobby versorgen. In unserer fünfteiligen Serie führen wir Euch in die Wissenschaft des Grillens ein. Heute geht es um die Wurst.

Die Schlcht der besten Bratwurst

 

Die Bratwurst gehört zu jedem guten Grillabend. Als der Klassiker der deutschen Grillküche konnte sie sich auch international einen Namen machen. Und nicht nur das - sie kann bereits auf eine eindrucksvolle Geschichte zurückblicken! Bereits um 700 v. Chr. schrieb der griechische Dichter seine Kunde von der Wurst und im 1. Jahrhundert v. Chr. konnte sogar in einem römischen Kochbuch ein Bratwurstrezept vorgefunden werden. Damit gehört die Wurst zu den ganz alten Hasen in der Küche. Den ganz heißen Kampf um die älteste, traditionsreichste und beste Bratwurst Deutschland spielt sich dabei hauptsächlich zwischen Thüringen und Franken ab.

 

„1 Grosche für Bratwurstdärme”

Als eine der wohl bekanntesten Bratwürste in Deutschland gilt die Thüringer Rostbratwurst. Und wenn Ihr am Wochenende dem Wetter trotzen wollt und den Grill anschmeißt oder an der nächsten Bratwurstbude eine Thüringer bestellt, haltet einen kurzen Moment inne und gedenkt der Tradition dieser Wurst. Denn sie ist bereits Jahrhunderte Jahre alt! Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung stammt bereits aus dem Jahr 1404. Auf der Abschrift einer Rechnung wird dort für die Bratwurstdärme ein Groschen verlangt! Das älteste Rezept stammt aus dem Jahr 1613 aus der „Ordnung für das Fleischerhandwerk zu Weimar, Jena und Buttstädt”. Der Kreis Erfurt hat im „Thüringisch-Erfurtische Kochbuch“ 1797 erstmals seine Variante niedergeschrieben. Die Thüringer Rostbratwurst ist dabei eine Wurst, die aus Schweinefleisch und alternativ auch Kalb- und Rindfleisch besteht. Mit den typischen Gewürzen (Salz, Pfeffer, Kümmel, Majoran und Knoblauch) wird die Wurst verarbeitet. Seit 2004 ist die Thüringer Rostbratwurst sogar eine geschützte geografische Angabe. Und absolut wichtig, um den totalen Bratwurst-Fauxpas zu vermeiden: Die Thüringer wird nicht und niemals in der Pfanne zubereitet! Ihr Territorium ist eindeutig der Grill.

 

Klein, aber oho!

Etwas kleiner geht es im fränkischen Raum zu - genauer gesagt bei der Nürnberger Rostbratwurst. Denn wer kennt die kleinen kulinarischen Wunder nicht?! Als einer der wichtigsten Unterschiede gilt ihre Zubereitungsart, denn die Nürnberger dürfen durchaus in die Pfanne gehauen werden. 1492 wurde die Nürnberger Rostbratwurst erstmals erwähnt. Heute gilt auch sie als geschützte Bezeichnung für die weltberühmte Bratwurst. Und was reinkommt, wurde schon früh streng kontrolliert. Im 15. Jahrhundert gab bereits ausführliche Satzungen und Qualitätsrichtlinien. So durfte die Nürnberger Rostbratwurst nur von gelernten Metzgern und ausschließlich im Fleischhaus an der Fleischbrücke hergestellt und dort auch verkauft werden. Wurden diese Vorgaben missachtet, folgte die Bestrafung auf dem Fuße. Hohe Bußgelder standen dabei auf der Tagesordnung. Aber es gab auch lustige Zeiten in der Geschichte der Nürnberger: so konnte 1554 bisher ein echter Rekord im Bratwurstverzehr aufgestellt werden. Der ehemalige Stadtrichter Hans Stromer wurde unter anderem wegen „einiger Frevelreden” zu lebenslanger Haft im Turm verurteilt. Als echter Bratwurstliebhaber wünschte er sich jeden Tag zwei Bratwürste, was ihm auch gewährt wurde. In den 38 Jahren Haft kam er damit auf stolze 28.000 Bratwürste.

Die Wahl der richtigen Bratwurst ist mit Sicherheit eine Geschmacks- und Traditionsfrage. Der „Kampf” zischen Thüringen und Franken spielte sich selbst in den geistigen Eliten ab. So bestand der Dichter Johann Wolfgang von Goethe in seiner Weimarer Zeit auf Nürnberger Rostbratwürste, die er sich regelmäßig schicken ließ. Nächste Woche in unserer Grill-Reihe: Die größten Grillirrtümer!